Fastenzeit: Was Verzicht auf Lebensmittel im Körper bewirkt
Fastenzeit Verzicht Lebensmittel ist für viele Menschen ein Anlass,
die eigene Ernährung bewusster zu gestalten.
In den Wochen vor Ostern verzichten manche auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fleisch,
um Gewohnheiten zu verändern oder den Alltag neu zu strukturieren.
Bewusster Verzicht kann für manche Menschen auch mental herausfordernd sein.
In diesem Jahr begann die christliche Fastenzeit am 14. Februar.
Laut einer Studie nehmen sich viele Menschen vor,
in den 40 Tagen bis Ostern auf bestimmte Lebensmittel oder Alkohol zu verzichten.
Häufig stehen gesundheitliche Gründe im Vordergrund.
Welche Fastenformen es gibt und was dabei im Körper passiert,
erläutert der Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann.
Gemeinsam mit der Ernährungsmedizinerin Dr. Petra Bracht hat er das Buch „Klartext Abnehmen“ veröffentlicht.
Fastenzeit und bewusster Verzicht auf Lebensmittel
Welche Methode in der Fastenzeit passt, hängt laut Leitzmann vom persönlichen Ziel ab.
Klassisches Fasten über ein bis vier Wochen – ohne feste Nahrung oder mit sehr wenigen Kalorien in flüssiger Form –
wird oft aus gesundheitlichen Gründen durchgeführt.
Dabei könne man ein bis zwei Kilogramm pro Woche abnehmen.
Form und Dauer des Fastens sollten jedoch zur eigenen Situation passen.
Bei Vorerkrankungen ist es sinnvoll, das Vorgehen mit Ärztinnen oder Ärzten zu besprechen,
insbesondere wenn längere Fastenphasen geplant sind.
Wer eher nebenbei Gewicht reduzieren möchte, kann laut Leitzmann das Intervallfasten ausprobieren.
Häufig wird ein 16:8-Rhythmus genutzt:
Innerhalb von acht Stunden wird gegessen, in den übrigen 16 Stunden wird pausiert.
Praktisch ist das oft, wenn die erste Mahlzeit mittags liegt und abends nicht zu spät gegessen wird.
Was im Körper beim Verzicht in der Fastenzeit passiert
Beim Intervallfasten stellt sich der Stoffwechsel schrittweise um.
In den ersten ein bis zwei Tagen verbraucht der Körper zunächst gespeicherte Kohlenhydrate.
Danach kann ein Prozess einsetzen, der als Autophagie bezeichnet wird.
Autophagie wird als ein körpereigenes Recyclingsystem beschrieben:
Alte oder funktionslose Zellbestandteile werden abgebaut und die gewonnenen Bausteine erneut genutzt.
Als begleitende Aktivitäten nennt Leitzmann moderate Bewegung und Entspannung.
Dazu zählen beispielsweise Spaziergänge, leichte Übungen, Tanzen oder Tätigkeiten wie Gartenarbeit.
Umgang mit Gelüsten während des Fastens
Gerade zu Beginn treten bei vielen Menschen Gelüste auf.
Entscheidend ist laut Leitzmann, welche Lebensmittel in der Essensphase gewählt werden.
Sehr fettige, süße oder stark salzige Produkte können dazu führen,
dass über den Hunger hinaus gegessen wird.
Um Gelüsten zu widerstehen, helfen oft einfache Schritte:
ein Glas Wasser, kurze Bewegung, frische Luft oder eine bewusste Ablenkung.
Auch ein klarer Plan für die Mahlzeiten kann im Alltag entlasten.
Fastenzeit: Verzicht auf Lebensmittel und langfristige Wirkung
Ob Intervallfasten dauerhaft sinnvoll ist, hängt nach Leitzmann stark von der Zusammensetzung der Mahlzeiten ab.
Er empfiehlt eine vollwertige, überwiegend pflanzliche Ernährung.
Je länger dieser Stil praktiziert wird, desto eher stellt sich der Körper auf den Rhythmus ein.
Wer Intervallfasten nicht dauerhaft umsetzen möchte, kann dennoch profitieren,
wenn eine ausgewogene Ernährung langfristig beibehalten wird.
Für wen Intervallfasten nicht geeignet ist
Intervallfasten gilt laut Leitzmann grundsätzlich für viele Menschen als geeignet.
Ausnahmen nennt er bei Kindern sowie bei Erwachsenen mit besonderen Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme
oder mit Stoffwechselstörungen, die mit einer 16-stündigen Pause nicht vereinbar sind.
In solchen Fällen sollte ärztlich geklärt werden, ob die Methode passt.
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