Fachkräftemangel Arztpraxen: Studie zeigt mehrere Ursachen
Der Fachkräftemangel Arztpraxen ist seit einiger Zeit ein Thema im deutschen Gesundheitswesen.
Viele Praxen berichten von personellen Engpässen, die den Alltag spürbar beeinflussen.
Eine aktuelle Untersuchung liefert nun Hinweise darauf, welche Faktoren dabei besonders relevant sind.

Die Studie der Hochschule Fresenius basiert auf einer bundesweiten Befragung von 1.205 medizinischen
Fachangestellten. Dabei zeigt sich, dass niedrige Löhne zwar eine Rolle spielen, jedoch nicht allein
ausschlaggebend sind. Vielmehr greifen mehrere Belastungsfaktoren ineinander.
Hohe Arbeitsbelastung im Praxisalltag
Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist die empfundene Arbeitsbelastung.
Ein großer Teil der Teilnehmenden beschreibt den Arbeitsalltag als dauerhaft fordernd.
Vor allem Zeitdruck und parallele Aufgaben werden häufig genannt.
Wenn Stellen unbesetzt bleiben, verteilt sich die Arbeit auf weniger Schultern.
Dadurch steigen Verantwortung und Arbeitsdichte.
In solchen Situationen verstärken sich die Auswirkungen des Fachkräftemangel Arztpraxen zusätzlich.
Anerkennung und Arbeitsklima
Neben der Arbeitsmenge spielt auch die Wahrnehmung von Anerkennung eine Rolle.
Viele Befragte geben an, dass ihre Arbeit im Alltag zu wenig gewürdigt wird.
Das betrifft sowohl interne Abläufe als auch den Umgangston im Team.
Ein angespanntes Arbeitsklima kann sich langfristig auf die Motivation auswirken.
Zudem erschwert es die Bindung von Personal, was bestehende Engpässe weiter verstärken kann.
Folgen für Abläufe und Versorgung
Personelle Engpässe bleiben nicht ohne Auswirkungen auf den Praxisbetrieb.
Etwa die Hälfte der Befragten berichtet, dass unter Zeitmangel nicht immer die gewünschte Sorgfalt möglich ist.
Davon können organisatorische Abläufe ebenso betroffen sein wie die Terminplanung.
Allgemeine Daten zur Entwicklung des Gesundheitspersonals stellt das Statistische Bundesamt bereit:
Gesundheitspersonal in Deutschland (Destatis)
Bürokratie als zusätzlicher Belastungsfaktor
Viele Teilnehmende verweisen außerdem auf einen steigenden Verwaltungsaufwand.
Dokumentationspflichten und organisatorische Vorgaben binden Zeit.
Diese fehlt dann im direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten.
Ein Positionspapier zum Thema Personalmangel bei medizinischen Fachangestellten fasst zentrale Punkte zusammen:
Positionspapier „MFA? Keine da!“ (PDF)
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Einordnung der Studienergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass der Fachkräftemangel Arztpraxen nicht auf einen einzelnen Auslöser
zurückgeführt werden kann. Vielmehr handelt es sich um ein Zusammenspiel aus Arbeitsbelastung,
Anerkennung, Bürokratie und Organisation.
Für eine sachliche Einordnung des Berufsbildes bietet die Bundesärztekammer weiterführende Informationen:
Medizinische Fachangestellte – Ausbildung und Aufgaben
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Weiterführende Inhalte